(1) Bei einer in der Tunesischen Republik ansässigen Person
wird die Steuer wie folgt festgesetzt:
a) Können Einkünfte oder Vermögen nach diesem Abkommen
in der Bundesrepublik Deutschland besteuert werden, so
wird die auf diese Einkünfte oder dieses Vermögen in der
Bundesrepublik Deutschland gezahlte Steuer auf die Steuer
angerechnet, die in der Tunesischen Republik auf diese Ein-
künfte oder dieses Vermögen erhoben wird.
Der anzurechnende Betrag darf jedoch den Teil der vor der
Anrechnung ermittelten Einkommen- oder Vermögensteuer
nicht übersteigen, der auf die Einkünfte oder das Vermögen
entfällt, die in der Bundesrepublik Deutschland besteuert
werden können.
b) Für die Anwendung dieses Absatzes umfasst die in der
Bundesrepublik Deutschland gezahlte Steuer die Steuer, die
in der Bundesrepublik Deutschland hätte gezahlt werden
müssen, die aber Gegenstand einer Befreiung oder Ermäßi-
gung nach innerstaatlichem deutschem Recht war.
(2) Bei einer in der Bundesrepublik Deutschland ansässigen
Person wird die Steuer wie folgt festgesetzt:
a) Von der Bemessungsgrundlage der deutschen Steuer wer-
den die Einkünfte aus der Tunesischen Republik sowie die in
der Tunesischen Republik gelegenen Vermögenswerte aus-
genommen, die nach diesem Abkommen in der Tunesischen
Republik besteuert werden können und nicht unter Buch -
stabe b fallen.
Für Dividenden im Sinne des Artikels 10 Absatz 3 gilt Satz 1
nur dann, wenn diese Dividenden von einer in der Tunesi-
schen Republik ansässigen Gesellschaft an eine in der
Bundesrepublik Deutschland ansässige Gesellschaft (jedoch
nicht an eine Personengesellschaft) gezahlt werden, die
unmittelbar über mindestens 10 vom Hundert des Kapitals
der erstgenannten Gesellschaft verfügt.
Für die Zwecke der Steuern vom Vermögen werden von
der Bemessungsgrundlage der deutschen Steuer ebenfalls
Beteiligungen ausgenommen, deren Ausschüttungen, falls
solche gezahlt würden, nach den vorhergehenden Sätzen
von der Steuerbemessungsgrundlage auszunehmen wären.
b) Auf die deutsche Steuer vom Einkommen für die folgenden
Einkünfte wird unter Beachtung der Vorschriften des deut-
schen Steuerrechts über die Anrechnung ausländischer
Steuern die tunesische Steuer angerechnet, die nach tunesi-
schem Recht und in Übereinstimmung mit diesem Abkom-
men für diese Einkünfte gezahlt worden ist:
aa) Dividenden, die nicht unter Buchstabe a fallen;
bb) Zinsen;
cc) Lizenzgebühren;
dd) Einkünfte, die nach Artikel 13 Absatz 2 in der Tunesi-
schen Republik besteuert werden können;
ee) Einkünfte, die nach Artikel 15 Absatz 3 in der Tunesi-
schen Republik besteuert werden können;
ff) Aufsichtsrats- und Verwaltungsratsvergütungen;
gg) Einkünfte im Sinne des Artikels 17.
c) Statt Buchstabe a ist Buchstabe b anzuwenden auf Einkünfte
im Sinne der Artikel 7 und 10 und die diesen Einkünften zu-
grunde liegenden Vermögenswerte, wenn die in Deutschland
ansässige Person nicht nachweist, dass die Betriebsstätte in
dem Wirtschaftsjahr, in dem sie den Gewinn erzielt hat, oder
die in der Tunesischen Republik ansässige Gesellschaft
in dem Wirtschaftsjahr, für das sie die Ausschüttung vor -
genommen hat, ihre Bruttoerträge ausschließlich oder fast
ausschließlich aus unter Nummer 4 des Protokolls fallenden
Tätigkeiten bezogen hat; Gleiches gilt für unbewegliches
Vermögen, das einer Betriebsstätte dient und die daraus
erzielten Einkünfte (Artikel 6 Absatz 4) sowie für Gewinne
aus der Veräußerung dieses unbeweglichen Vermögens
(Artikel 13 Absatz 1) und des beweglichen Vermögens, das
Betriebsvermögen der Betriebsstätte darstellt (Artikel 13
Absatz 3).
d) Die Bundesrepublik Deutschland behält aber das Recht, die
nach diesem Abkommen von der deutschen Steuer ausge-
nommenen Einkünfte und Vermögenswerte bei der Fest -
setzung des Steuersatzes zu berücksichtigen.
e) Die Doppelbesteuerung wird durch Steueranrechnung nach
Buchstabe b vermieden,
aa) wenn in den Vertragsstaaten Einkünfte oder Vermögen
unterschiedlichen Abkommensbestimmungen zugeord-
net oder verschiedenen Personen zugerechnet werden
(außer nach Artikel 9) und dieser Konflikt sich nicht
durch ein Verfahren nach Artikel 25 Absatz 3 regeln lässt
und wenn aufgrund dieser unterschiedlichen Zuordnung
oder Zurechnung die betreffenden Einkünfte oder das
Vermögen unbesteuert blieben oder niedriger als ohne
diesen Konflikt besteuert würden oder
bb) wenn die Bundesrepublik Deutschland nach Konsul -
tation auf diplomatischem Weg andere Einkünfte noti -
fiziert, bei denen es die Anrechnungsmethode nach
Buchstabe b anzuwenden beabsichtigt. Die Doppel -
besteuerung wird für die notifizierten Einkünfte durch
Steueranrechnung nach Buchstabe b vom ersten Tag
des Kalenderjahrs vermieden, das dem Kalenderjahr
folgt, in dem die Notifikation übermittelt wurde.
f) Auf Einkünfte, die in der Tunesischen Republik steuerbefreit
sind, ist statt Buchstabe a Buchstabe b anzuwenden; hiervon
ausgenommen sind Dividenden im Sinne des Buchstabens a,
Satz 2.
de-tunisia-2018-base | BGBl. 2018 II S. 710 (consent law); S. 711–735 (convention and protocol) | signed 2018-02-08 | published 2018-12-28 | Signed: 2018-02-08 | Gazette publication: 2018-12-28
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Consent law, German/French replacement convention and integral protocol; not consolidated current law
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2026-10-01
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BGBl. 2018 II S. 710 (consent law); S. 711–735 (convention and protocol)
BGBl. 2018 II S. 710 (consent law); S. 711–735 (convention and protocol) | de-tunisia-2018-base | de-tunisia-2018-base | BGBl. 2018 II S. 710 (consent law); S. 711–735 (convention and protocol) | signed 2018-02-08 | published 2018-12-28 | Signed: 2018-02-08 | Gazette publication: 2018-12-28 | Article 23 | de | Pending independent qualified human wording, completeness, currentness, alignment and rendering review. No human approvals. | /library/treaties/de-tunisia-2018-base/de/articles/article-23/
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de-tunisia-2018-base | BGBl. 2018 II S. 710 (consent law); S. 711–735 (convention and protocol) | signed 2018-02-08 | published 2018-12-28 | Signed: 2018-02-08 | Gazette publication: 2018-12-28
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