(1) Bei einer in der Bundesrepublik Deutschland ansässigen
Person wird die Steuer wie folgt festgesetzt:
a) Von der Bemessungsgrundlage der deutschen Steuer wer-
den die Einkünfte aus der Republik Finnland ausgenommen,
die nach diesem Abkommen tatsächlich in der Republik Finn-
land besteuert werden und nicht unter Buchstabe b fallen.
Für Einkünfte aus Dividenden gilt die vorstehende Bestim-
mung nur dann, wenn diese Dividenden an eine in der Bun-
desrepublik Deutschland ansässige Gesellschaft (jedoch
nicht an eine Personengesellschaft) von einer in der Republik
Finnland ansässigen Gesellschaft gezahlt werden, deren Ka-
pital zu mindestens 10 Prozent unmittelbar der deutschen
Gesellschaft gehört, und bei der Ermittlung der Gewinne der
ausschüttenden Gesellschaft nicht abgezogen worden sind.
b) Auf die deutsche Steuer für die folgenden Einkünfte wird
unter Beachtung der Vorschriften des deutschen Steuer-
rechts über die Anrechnung ausländischer Steuern die finni-
sche Steuer angerechnet, die nach finnischem Recht und in
Übereinstimmung mit diesem Abkommen für diese Einkünfte
gezahlt worden ist:
1) Dividenden, die nicht unter Buchstabe a fallen;
2) Einkünfte, die nach Artikel 13 Absatz 2 (Gewinne aus der
Veräußerung von Vermögen) in der Republik Finnland be-
steuert werden können;
3) Einkünfte, die nach Artikel 14 Absatz 3 (Einkünfte aus un-
selbständiger Arbeit) in der Republik Finnland besteuert
werden können;
4) Aufsichtsrats- und Verwaltungsratsvergütungen;
5) Einkünfte, die nach Artikel 16 (Künstler und Sportler) in
der Republik Finnland besteuert werden können;
6) Einkünfte, die nach Artikel 17 (Ruhegehälter, Renten und
ähnliche Vergütungen) in der Republik Finnland besteuert
werden können.
c) Statt der Bestimmungen des Buchstabens a sind die Bestim-
mungen des Buchstabens b anzuwenden auf Einkünfte im
Sinne der Artikel 7 und 10 und die diesen Einkünften zugrun-
de liegenden Vermögenswerte, wenn die in der Bundesrepu-
blik Deutschland ansässige Person nicht nachweist, dass die
Betriebsstätte in dem Wirtschaftsjahr, in dem sie den Gewinn
erzielt hat, oder die in der Republik Finnland ansässige Ge-
sellschaft in dem Wirtschaftsjahr, für das sie die Ausschüt-
tung vorgenommen hat, ihre Bruttoerträge ausschließlich
oder fast ausschließlich aus unter § 8 Absatz 1 des deut-
schen Außensteuergesetzes fallenden Tätigkeiten bezogen
hat; Gleiches gilt für unbewegliches Vermögen, das einer Be-
triebsstätte dient, und die daraus erzielten Einkünfte (Artikel 6
Absatz 5) sowie für die Gewinne aus der Veräußerung dieses
unbeweglichen Vermögens (Artikel 13 Absatz 1) und des
beweglichen Vermögens, das Betriebsvermögen der Be-
triebsstätte darstellt (Artikel 13 Absatz 3).
d) Die Bundesrepublik Deutschland behält aber das Recht, die
nach den Bestimmungen dieses Abkommens von der deut-
schen Steuer ausgenommenen Einkünfte bei der Festsetzung
ihres Steuersatzes zu berücksichtigen.
e) Ungeachtet des Buchstabens a wird die Doppelbesteuerung
durch Steueranrechnung nach Buchstabe b vermieden,
1) wenn in den Vertragsstaaten Einkünfte unterschiedlichen
Abkommensbestimmungen zugeordnet oder verschiede-
nen Personen zugerechnet werden (außer nach Artikel 9)
und dieser Konflikt sich nicht durch ein Verfahren nach
Artikel 23 Absatz 3 regeln lässt und wenn aufgrund dieser
unterschiedlichen Zuordnung oder Zurechnung die betref-
fenden Einkünfte unbesteuert blieben oder niedriger als
ohne diesen Konflikt besteuert würden oder
2) wenn die Bundesrepublik Deutschland der Republik Finn-
land nach gehöriger Konsultation mit der finnischen
zuständigen Behörde auf diplomatischem Weg andere
Einkünfte notifiziert, bei denen die Bundesrepublik
Deutschland die Anrechnungsmethode nach Buchsta-
be b anzuwenden beabsichtigt. Die Doppelbesteuerung
wird für die notifizierten Einkünfte durch Steueranrech-
nung vom ersten Tag des Kalenderjahres vermieden, das
dem Kalenderjahr folgt, in dem die Notifikation übermittelt
wurde.
(2) Vorbehaltlich der Bestimmungen des finnischen Rechts
über die Vermeidung der internationalen Doppelbesteuerung
(ohne Beeinträchtigung des allgemeinen Grundsatzes dieses Ab-
kommens) wird die Doppelbesteuerung in der Republik Finnland
wie folgt vermieden:
a) Bezieht eine in der Republik Finnland ansässige Person
Einkünfte, die nach diesem Abkommen in der Bundesrepu-
blik Deutschland besteuert werden können, so gewährt die
Republik Finnland vorbehaltlich des Buchstabens b einen
Abzug von der finnischen Steuer dieser Person in Höhe des
Betrags der nach deutschem Recht und gemäß dem Abkom-
men gezahlten deutschen Steuer, der anhand derselben Ein-
künfte berechnet wird wie die finnische Steuer.
b) Dividenden, die eine in der Bundesrepublik Deutschland an-
sässige Gesellschaft an eine in der Republik Finnland ansäs-
sige Gesellschaft zahlt, die mindestens 10 Prozent der
Stimmrechte der die Dividenden zahlenden Gesellschaft un-
mittelbar beherrscht, sind von der finnischen Steuer befreit.
c) Einkünfte einer in der Republik Finnland ansässigen Person,
die nach dem Abkommen von der Besteuerung in der Repu-
blik Finnland auszunehmen sind, können gleichwohl in der
Republik Finnland bei der Festsetzung der Steuer für das üb-
rige Einkommen der Person berücksichtigt werden.
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Germany / Finland; BGBl. 2017 II S. 466; edition de-finland-2017-base | BGBl. 2017 II S. 466 | signed 2016-02-19 | published 2017-04-28 | Signed: 2016-02-19 | Gazette publication: 2017-04-28; article 21; Deutsch; unreviewed source text, current applicability unverified; /editions/de-finland-2017-base/de/articles/article-21/
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de-finland-2017-base | BGBl. 2017 II S. 466 | signed 2016-02-19 | published 2017-04-28 | Signed: 2016-02-19 | Gazette publication: 2017-04-28
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2017-04-28
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2016-02-19
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