(1) Bezieht eine in der Bundesrepublik Deutschland ansässige
Person Einkünfte oder hat sie Vermögen und können diese Ein-
künfte oder dieses Vermögen nach diesem Abkommen in dem
Fürstentum Liechtenstein besteuert werden oder sind nach Arti-
kel 10 von der Steuer des Fürstentums Liechtenstein befreit, wird
die Steuer wie folgt festgesetzt:
a) Soweit Buchstabe b nichts anderes vorsieht, werden die Ein-
künfte oder das Vermögen von der Bemessungsgrundlage
der deutschen Steuer ausgenommen. Die Bundesrepublik
Deutschland behält aber das Recht, die nach den Bestim-
mungen dieses Abkommens von der Steuer ausgenomme-
nen Einkünfte und Vermögenswerte bei der Festsetzung ih-
res Steuersatzes zu berücksichtigen. Für Einkünfte aus
Dividenden gelten die vorstehenden Bestimmungen nur für
diejenigen Einkünfte, die von einer in dem Fürstentum Liech-
tenstein ansässigen Gesellschaft an eine in der Bundesrepu-
blik Deutschland ansässige Gesellschaft (jedoch nicht an
eine Personengesellschaft) gezahlt werden, der unmittelbar
mindestens 10 Prozent der stimmberechtigten Anteile der im
Fürstentum Liechtenstein ansässigen Gesellschaft gehören.
Das gilt nicht für Dividenden einer steuerbefreiten Gesell-
schaft oder für Dividenden, die von der ausschüttenden Ge-
sellschaft für Zwecke der Steuer des Fürstentums Liechten-
stein abgezogen werden können. Für die Zwecke der Steuern
vom Vermögen werden von der Bemessungsgrundlage der
deutschen Steuer ebenfalls Beteiligungen ausgenommen,
deren Ausschüttungen, falls solche gezahlt werden, nach den
vorhergehenden Sätzen von der Steuerbemessungsgrund -
lage auszunehmen wären.
b) Auf die deutsche Steuer vom Einkommen wird unter Beach-
tung der Vorschriften des deutschen Steuerrechts über die
Anrechnung ausländischer Steuern die liechtensteinische
Steuer angerechnet, die nach liechtensteinischem Recht und
in Übereinstimmung mit diesem Abkommen von den nach-
stehenden Einkünften gezahlt wurde:
aa) Dividenden im Sinne des Artikels 10, auf die Buch -
stabe a nicht anzuwenden ist;
bb) Zinsen im Sinne des Artikels 11, die in dem Fürstentum
Liechtenstein besteuert werden können;
cc) Lizenzgebühren im Sinne des Artikels 12, die in dem
Fürstentum Liechtenstein besteuert werden können,
dd) Einkünfte, die nach Artikel 13 Absatz 2 in dem Fürsten-
tum Liechtenstein besteuert werden können;
ee) Einkünfte, die nach Artikel 14 in dem Fürstentum Liech-
tenstein besteuert werden können;
ff)
Vergütungen, die nach Artikel 15 in dem Fürstentum
Liechtenstein besteuert werden können;
gg) Einkünfte, die nach Artikel 16 in dem Fürstentum Liech-
tenstein besteuert werden können.
c) Statt der Bestimmungen des Buchstaben a sind die Bestim-
mungen des Buchstaben b anzuwenden auf Einkünfte im
Sinne der Artikel 7 und 10 und die diesen Einkünften zugrun-
de liegenden Vermögenswerte, wenn die in der Bundesrepu-
blik Deutschland ansässige Person nicht nachweist, dass die
Betriebsstätte in dem Wirtschaftsjahr, in dem sie den Gewinn
erzielt hat, oder die in dem Fürstentum Liechtenstein ansäs-
sige Gesellschaft in dem Wirtschaftsjahr, für das sie die Aus-
schüttung vorgenommen hat, ihre Bruttoerträge ausschließ-
lich oder fast ausschließlich aus unter § 8 Absatz 1 des
deutschen Außensteuergesetzes fallenden Tätigkeiten bezieht
oder Erträge wirtschaftlich diesen Tätigkeiten zuzurechnen
sind; Gleiches gilt für unbewegliches Vermögen, das einer
Betriebsstätte dient, und die daraus erzielten Einkünfte (Arti-
kel 6 Absatz 4) sowie für die Gewinne aus der Veräußerung
dieses unbeweglichen Vermögens (Artikel 13 Absatz 1) und
des beweglichen Vermögens, das zum Betriebsvermögen der
Betriebsstätte gehört (Artikel 13 Absatz 3).
Im Sinne dieses Absatzes gelten Einkünfte oder Gewinne sowie
Vermögen einer in der Bundesrepublik Deutschland ansässigen
Person, die nach diesem Abkommen in dem Fürstentum Liech-
tenstein besteuert werden können, als Einkünfte aus Quellen in-
nerhalb des Fürstentums Liechtenstein oder als Vermögen, das
im Fürstentum Liechtenstein belegen ist.
(2) Bezieht eine im Fürstentum Liechtenstein ansässige Per-
son Einkünfte oder hat sie Vermögen und können diese Einkünf-
te oder dieses Vermögen nach diesem Abkommen in der Bun-
desrepublik Deutschland besteuert werden oder sind nach dem
Artikel 10 von der Steuer der Bundesrepublik Deutschland be-
freit, wird die Steuer wie folgt festgesetzt:
a) Soweit Buchstabe b nichts anderes vorsieht, werden die Ein-
künfte oder das Vermögen von der Bemessungsgrundlage
der liechtensteinischen Steuer ausgenommen. Das Fürsten-
tum Liechtenstein behält aber das Recht, die nach den Be-
stimmungen dieses Abkommens von der Steuer ausgenom-
menen Einkünfte und Vermögenswerte bei der Festsetzung
des Steuersatzes für das übrige Einkommen oder Vermögen
der Person zu berücksichtigen. Für Einkünfte aus Dividenden
gelten die vorstehenden Bestimmungen nur für diejenigen
Einkünfte, die von einer in der Bundesrepublik Deutschland
ansässigen Gesellschaft an eine in dem Fürstentum Liech-
tenstein ansässige Gesellschaft (jedoch nicht an eine Perso-
nengesellschaft) gezahlt werden, der unmittelbar mindestens
10 Prozent der stimmberechtigten Anteile der in der Bundes-
republik Deutschland ansässigen Gesellschaft gehören. Das
gilt nicht für Dividenden einer steuerbefreiten Gesellschaft
oder für Dividenden, die von der ausschüttenden Gesell-
schaft für Zwecke der Steuer der Bundesrepublik Deutsch-
land abgezogen werden können. Für die Zwecke der Steuern
vom Vermögen werden von der Bemessungsgrundlage der
liechtensteinischen Steuer ebenfalls Beteiligungen ausge-
nommen, deren Ausschüttungen, falls solche gezahlt werden,
nach den vorhergehenden Sätzen von der Steuerbemes-
sungsgrundlage auszunehmen wären.
b) Bezieht eine im Fürstentum Liechtenstein ansässige Person
Einkünfte im Sinne der Artikel 10, 11, 12, 14, 15 und 16, die
nach diesem Abkommen in der Bundesrepublik Deutschland
besteuert werden können, so rechnet das Fürstentum Liech-
tenstein unter Beachtung der Vorschriften des liechtensteini-
schen Steuerrechts über die Anrechnung ausländischer Steu-
ern auf die vom Einkommen oder Vermögen dieser Person zu
erhebende liechtensteinische Steuer den Betrag an, der der
nach deutschem Recht und in Übereinstimmung mit diesem
Abkommen gezahlten Steuer entspricht. Der anzurechnende
Betrag darf jedoch den Teil der vor der Anrechnung ermittel-
ten Steuer nicht übersteigen, der auf die aus der Bundesre-
publik Deutschland bezogenen Einkünfte entfällt.
Im Sinne dieses Absatzes gelten Einkünfte oder Gewinne sowie
Vermögen einer in dem Fürstentum Liechtenstein ansässigen
Person, die nach diesem Abkommen in der Bundesrepublik
Deutschland besteuert werden können, als Einkünfte aus Quellen
innerhalb der Bundesrepublik Deutschland oder als Vermögen,
das in der Bundesrepublik Deutschland belegen ist.
(3) Ungeachtet der Absätze 1 Buchstabe a und 2 Buchstabe a
wird die Doppelbesteuerung durch Steueranrechnung unter Be-
achtung der Vorschriften des innerstaatlichen Steuerrechts über
die Anrechnung ausländischer Steuern vermieden, wenn
a) in den Vertragsstaaten Einkünfte oder Vermögen unterschied-
lichen Abkommensbestimmungen zugeordnet oder verschie-
denen Personen zugerechnet werden (außer nach Artikel 9)
und wenn auf Grund dieser unterschiedlichen Zuordnung
oder Zurechnung die betreffenden Einkünfte oder Vermö-
genswerte doppelt besteuert würden und dieser Konflikt sich
nicht durch ein Verfahren nach Artikel 25 regeln lässt;
b) der andere Vertragsstaat das Abkommen so anwendet, dass
er Einkünfte oder Vermögen von der Besteuerung ausnimmt
oder Artikel 10 Absatz 2 auf diese Einkünfte anwendet, oder
wenn er Einkünfte oder Einkunftsteile oder Vermögen oder
Vermögensteile nach dem Abkommen besteuern kann, durch
sein innerstaatliches Recht jedoch daran gehindert ist;
(4) Ungeachtet der vorstehenden Absätze wird die Doppelbe-
steuerung durch Steueranrechnung unter Beachtung der Vor-
schriften des innerstaatlichen Steuerrechts über die Anrechnung
ausländischer Steuern vermieden, wenn der eine Vertragsstaat
nach Konsultation auf diplomatischem Weg dem anderen Ver-
tragsstaat andere Einkünfte notifiziert hat, auf die der erstge-
nannte Vertragsstaat diesen Absatz anzuwenden beabsichtigt.
Die Doppelbesteuerung wird für die notifizierten Einkünfte durch
Steueranrechnung vom ersten Tag des Kalenderjahres vermie-
den, das dem Kalenderjahr folgt, in dem die Notifikation über-
mittelt wurde.
de-liechtenstein-2012-base | BGBl. 2012 II S. 1462 | signed 2011-11-17 | published 2012-12-10 | Signed: 2011-11-17 | Gazette publication: 2012-12-10
Quellenform
Unchanged official original retained. Reader extracted from exact two-font blank-glyph CMap derivative; no OCR or inferred substantive wording.
Quellenumfang
Original implementing law, German-only base treaty and integral signature protocol; not consolidated current law.
Abgerufen
2026-09-30
Text- und Sprachumfang
German ONLY. The source closing explicitly states two originals in German. No English or other treaty-text asset, translation or parallel-language alignment is supplied. German text continues left-column then right-column on each physical page, not one language per column. Unreviewed coordinate-based machine transcription of this original source edition only. Printed line breaks, hyphens and uncertain token spacing are retained, not silently corrected. Treaty preamble, closing formula, protocol and shared signatures are separate retained assets, not part of the last article. Full supplements: /review/de-liechtenstein-2012-base/. PDF page links identify pages, not verified paragraph correspondence. Source-evidenced repair only: code00 /space in two original CFF fonts mapped from U+0007 to U+0020. Every native text-show byte round-trips; all physical page renders identical. Source hyphens, spacing and spelling otherwise not corrected.
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Aktualität
Original source edition; not a verified current-law consolidation. Unknown as current law. Signed 2011-11-17; consent law 2012-12-05; gazette publication 2012-12-10. Edition ID year is not a signature date. Treaty entry into force: 2012-12-19. Roster general application: 2013-01-01 (not a universal tax-specific rule). Cached official article entry statements (may refer to multiple instruments): 19. Dezember 2012, 29. Oktober 2021. Evidence is the retained 2026-10-01 agent audit of source PDF, 2026-01-01 roster and cached official HTML, not a fresh current-law determination. Later instruments listed above are not incorporated. No exhaustive later-2026 or BEPS-MLI verification; absence of a relationship is not proof of non-application. No qualified human wording, completeness or accuracy approval. Binary hash proves identity only.
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Textsprache und Status
de · authentic-language-transcription · machine-transcription
BGBl. 2012 II S. 1462 | de-liechtenstein-2012-base | de-liechtenstein-2012-base | BGBl. 2012 II S. 1462 | signed 2011-11-17 | published 2012-12-10 | Signed: 2011-11-17 | Gazette publication: 2012-12-10 | Article 23 | de | Pending human wording, completeness, source-authority, currentness, alignment and rendering review. No legal review performed. | /library/treaties/de-liechtenstein-2012-base/de/articles/article-23/
Quellen, Fassung und Grenzen
Quellenfassung
de-liechtenstein-2012-base | BGBl. 2012 II S. 1462 | signed 2011-11-17 | published 2012-12-10 | Signed: 2011-11-17 | Gazette publication: 2012-12-10
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Unchanged official original retained. Reader extracted from exact two-font blank-glyph CMap derivative; no OCR or inferred substantive wording.
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Original implementing law, German-only base treaty and integral signature protocol; not consolidated current law.
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2026-09-30
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