(1) Eine in einem Vertragsstaat ansässige Gesellschaft, die
Einkünfte aus dem anderen Vertragsstaat bezieht, hat nur dann
im anderen Vertragsstaat Anspruch auf alle Vergünstigungen
nach diesem Abkommen, wenn sie im erstgenannten Vertrags-
staat aktiv gewerblich tätig ist und die aus dem anderen Ver-
tragsstaat bezogenen Einkünfte im Zusammenhang mit dieser
gewerblichen Tätigkeit bezogen werden oder aus Anlass dieser
Tätigkeit anfallen. Als aktive gewerbliche Tätigkeit im Sinne die-
ses Artikels gelten nicht:
a) die Platzierung oder Verwaltung von Kapitalanlagen für
eigene Rechnung, es sei denn, es handelt sich bei dieser
Tätigkeit um Bank- oder Versicherungstätigkeiten oder Wert-
papierhandel einer Bank oder Versicherungsgesellschaft oder
eines zugelassenen Wertpapierhändlers;
b) die Vergabe von Finanzierungsmitteln, bei denen die aus
diesen Mitteln erzielten Erträge nicht uneingeschränkt der
Besteuerung im erstgenannten Vertragsstaat unterliegen;
c) die Verwertung immaterieller Wirtschaftsgüter, insbesondere
die Vergabe von unter Artikel 12 Absatz 2 fallenden Rechten,
die nicht durch eigene aktive gewerbliche oder beauftragte
Tätigkeit geschaffen wurden. Der Erwerb von außerhalb des
erstgenannten Vertragsstaats geschaffenen immateriellen
Wirtschaftsgütern gilt nicht als aktive gewerbliche Tätigkeit;
dies gilt auch dann, wenn der Erwerb aufgrund eines Auf-
tragsverhältnisses erfolgt.
(2) Übt eine in einem der Vertragsstaaten ansässige Gesell-
schaft im anderen Vertragsstaat eine gewerbliche Tätigkeit aus,
durch die Einkünfte erzielt werden, gilt für die Inanspruchnahme
von Vergünstigungen nach diesem Abkommen für diese Ein -
künfte ergänzend zu den Anforderungen des Absatzes 1, dass
die gewerbliche Tätigkeit im erstgenannten Vertragsstaat
gegenüber der gewerblichen Tätigkeit im anderen Vertragsstaat
in qualitativer wie quantitativer Hinsicht erheblich sein muss.
(3) Einem deutschen Investmentfonds oder einer deutschen
Investmentaktiengesellschaft oder einem liechtensteinischen
OGAW oder einem liechtensteinischen Investmentunternehmen
werden die Vergünstigungen nach diesem Abkommen – im Fall
des Buchstaben a jedoch mit Ausnahme der Vergünstigungen
gemäß Artikel 10 Absatz 2 Buchstaben a und b – für aus dem
anderen Vertragsstaat stammende Einkünfte gewährt, sofern
a) die Aktien oder Anteile an einer anerkannten Börse gehandelt
werden, oder
b) mindestens 90 Prozent der Aktien oder Anteile des Invest-
mentfonds, der Investmentaktiengesellschaft, des OGAW
oder des Investmentunternehmens Personen gehören, die,
hätten sie die Einkünfte unmittelbar bezogen, nach diesem
Abkommen oder einem Abkommen, das der Vertragsstaat,
aus dem die Einkünfte stammen, mit einem Mitgliedstaat der
Europäischen Union oder einem Staat, auf den das Abkom-
men über den Europäischen Wirtschaftsraum anwendbar ist,
abgeschlossen hat, Anspruch auf die gleichen Abkommens-
vergünstigungen hätten, oder
c) mindestens 75 Prozent der Aktien oder Anteile des Invest-
mentfonds, der Investmentaktiengesellschaft, des OGAW
oder des Investmentunternehmens Personen gehören, die,
hätten sie die Einkünfte unmittelbar bezogen, nach diesem
Abkommen Anspruch auf die gleichen Abkommensvergüns-
tigungen hätten, oder
d) nur insoweit und in der Höhe gewährt, als die Personen,
denen die Aktien oder Anteile des Investmentfonds, der
Investmentaktiengesellschaft, des OGAW oder des Invest-
mentunternehmens gehören, hätten sie die Einkünfte un -
mittelbar bezogen, nach diesem Abkommen oder einem
Abkommen, das der Vertragsstaat, aus dem die Einkünfte
stammen, mit einem anderen Vertragsstaat abgeschlossen
hat, Anspruch auf die in diesen Abkommen gewährten Ab-
kommensvergünstigungen hätten.
(4) Dieses Abkommen ist nicht dahingehend auszulegen, dass
a) soweit nicht Absatz 1 anzuwenden ist, ein Vertragsstaat
gehindert ist, seine innerstaatlichen Rechtsvorschriften zur
Missbrauchsvermeidung oder zur Verhinderung der Steuer-
umgehung oder Steuerhinterziehung anzuwenden;
b) ein Vertragstaat daran gehindert ist, nach seinem nationalen
Recht Abkommensvergünstigungen ganz oder teilweise zu
verweigern, um Gestaltungen entgegenzutreten, deren Be-
günstigung Sinn und Zweck des Abkommens – wozu ins -
besondere auch die Vermeidung einer Nichtbesteuerung
in beiden Vertragsstaaten (Doppel-Nichtbesteuerung) oder
einer mehrfachen Inanspruchnahme von Abkommensver-
günstigungen gehört – widersprechen würde;
c) die Bundesrepublik Deutschland daran gehindert wird, die
Beträge zu besteuern, die nach dem Vierten, Fünften oder
Siebten Teil des deutschen Außensteuergesetzes in die Ein-
künfte einer in der Bundesrepublik Deutschland ansässigen
Person einzubeziehen sind.
(5) Wenn aufgrund der vorstehenden Bestimmungen eine
Doppelbesteuerung eintritt, konsultieren die zuständigen Behör-
den einander nach Artikel 25 Absatz 3, wie die Doppelbesteue-
rung zu vermeiden ist.
de-liechtenstein-2012-base | BGBl. 2012 II S. 1462 | signed 2011-11-17 | published 2012-12-10 | Signed: 2011-11-17 | Gazette publication: 2012-12-10
Quellenform
Unchanged official original retained. Reader extracted from exact two-font blank-glyph CMap derivative; no OCR or inferred substantive wording.
Quellenumfang
Original implementing law, German-only base treaty and integral signature protocol; not consolidated current law.
Abgerufen
2026-09-30
Text- und Sprachumfang
German ONLY. The source closing explicitly states two originals in German. No English or other treaty-text asset, translation or parallel-language alignment is supplied. German text continues left-column then right-column on each physical page, not one language per column. Unreviewed coordinate-based machine transcription of this original source edition only. Printed line breaks, hyphens and uncertain token spacing are retained, not silently corrected. Treaty preamble, closing formula, protocol and shared signatures are separate retained assets, not part of the last article. Full supplements: /review/de-liechtenstein-2012-base/. PDF page links identify pages, not verified paragraph correspondence. Source-evidenced repair only: code00 /space in two original CFF fonts mapped from U+0007 to U+0020. Every native text-show byte round-trips; all physical page renders identical. Source hyphens, spacing and spelling otherwise not corrected.
Prüfstatus
Pending human wording, completeness, source-authority, currentness, alignment and rendering review. No legal review performed.
Aktualität
Original source edition; not a verified current-law consolidation. Unknown as current law. Signed 2011-11-17; consent law 2012-12-05; gazette publication 2012-12-10. Edition ID year is not a signature date. Treaty entry into force: 2012-12-19. Roster general application: 2013-01-01 (not a universal tax-specific rule). Cached official article entry statements (may refer to multiple instruments): 19. Dezember 2012, 29. Oktober 2021. Evidence is the retained 2026-10-01 agent audit of source PDF, 2026-01-01 roster and cached official HTML, not a fresh current-law determination. Later instruments listed above are not incorporated. No exhaustive later-2026 or BEPS-MLI verification; absence of a relationship is not proof of non-application. No qualified human wording, completeness or accuracy approval. Binary hash proves identity only.
Protokolle und spätere Instrumente
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Textsprache und Status
de · authentic-language-transcription · machine-transcription
BGBl. 2012 II S. 1462 | de-liechtenstein-2012-base | de-liechtenstein-2012-base | BGBl. 2012 II S. 1462 | signed 2011-11-17 | published 2012-12-10 | Signed: 2011-11-17 | Gazette publication: 2012-12-10 | Article 31 | de | Pending human wording, completeness, source-authority, currentness, alignment and rendering review. No legal review performed. | /library/treaties/de-liechtenstein-2012-base/de/articles/article-31/
Quellen, Fassung und Grenzen
Quellenfassung
de-liechtenstein-2012-base | BGBl. 2012 II S. 1462 | signed 2011-11-17 | published 2012-12-10 | Signed: 2011-11-17 | Gazette publication: 2012-12-10
Quellenform
Unchanged official original retained. Reader extracted from exact two-font blank-glyph CMap derivative; no OCR or inferred substantive wording.
Quellenumfang
Original implementing law, German-only base treaty and integral signature protocol; not consolidated current law.
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2026-09-30
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Disclaimers
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