(1) Bei einer in Deutschland ansässigen Person wird die Steu-
er wie folgt festgesetzt:
a) Von der Bemessungsgrundlage der deutschen Steuer wer-
den die Einkünfte aus dem Vereinigten Königreich sowie die
im Vereinigten Königreich gelegenen Vermögenswerte aus-
genommen, die nach diesem Abkommen im Vereinigten
Königreich tatsächlich besteuert werden und nicht unter
Buchstabe b fallen.
Für Einkünfte aus Dividenden gelten die vorstehenden Be-
stimmungen nur dann, wenn diese Dividenden an eine in
Deutschland ansässige Gesellschaft (jedoch nicht an eine
Personengesellschaft) von einer im Vereinigten Königreich
ansässigen Gesellschaft gezahlt werden, deren Kapital zu
mindestens 10 vom Hundert unmittelbar der deutschen Ge-
sellschaft gehört, und bei der Ermittlung der Gewinne der
ausschüttenden Gesellschaft nicht abgezogen worden sind.
Für die Zwecke der Steuern vom Vermögen werden von der
Bemessungsgrundlage der deutschen Steuer ebenfalls Be-
teiligungen ausgenommen, deren Ausschüttungen, falls sol-
che gezahlt würden, nach den vorhergehenden Sätzen von
der Steuerbemessungsgrundlage auszunehmen wären.
b) Auf die deutsche Steuer vom Einkommen für die folgenden
Einkünfte wird unter Beachtung der Vorschriften des deut-
schen Steuerrechts über die Anrechnung ausländischer Steu-
ern die Steuer des Vereinigten Königreichs angerechnet, die
nach dem Recht des Vereinigten Königreichs und in Überein-
stimmung mit diesem Abkommen für diese Einkünfte gezahlt
worden ist:
aa) Dividenden, die nicht unter Buchstabe a fallen;
bb) Einkünfte, die nach Artikel 13 Absatz 2 (Veräußerungs-
gewinne) im Vereinigten Königreich besteuert werden
können;
cc) Aufsichtsrats- und Verwaltungsratsvergütungen;
dd) Einkünfte, die nach Artikel 16 (Künstler und Sportler) im
Vereinigten Königreich besteuert werden können.
c) Statt der Bestimmungen des Buchstabens a sind die Bestim-
mungen des Buchstabens b anzuwenden auf Einkünfte im
Sinne der Artikel 7 und 10 und die diesen Einkünften zugrun-
de liegenden Vermögenswerte, wenn die in Deutschland an-
sässige Person nicht nachweist, dass die Betriebsstätte in
dem Wirtschaftsjahr, in dem sie den Gewinn erzielt hat, oder
die im Vereinigten Königreich ansässige Gesellschaft in dem
Wirtschaftsjahr, für das sie die Ausschüttung vorgenommen
hat, ihre Bruttoerträge ausschließlich oder fast ausschließlich
aus unter § 8 Absatz 1 des deutschen Außensteuergesetzes
fallenden Tätigkeiten bezogen hat; Gleiches gilt für unbeweg-
liches Vermögen, das einer Betriebsstätte dient, und die
daraus erzielten Einkünfte (Artikel 6 Absatz 4) sowie für die
Gewinne aus der Veräußerung dieses unbeweglichen Vermö-
gens (Artikel 13 Absatz 1) und des beweglichen Vermögens,
das Betriebsvermögen der Betriebsstätte darstellt (Artikel 13
Absatz 3).
d) Deutschland behält aber das Recht, die nach den Bestim-
mungen dieses Abkommens von der deutschen Steuer aus-
genommenen Einkünfte und Vermögenswerte bei der Fest-
setzung seines Steuersatzes zu berücksichtigen.
e) Ungeachtet der Bestimmungen des Buchstabens a wird die
Doppelbesteuerung durch Steueranrechnung nach Buch -
stabe b vermieden, wenn
aa) in den Vertragsstaaten Einkünfte oder Vermögen unter-
schiedlichen Abkommensbestimmungen zugeordnet
oder verschiedenen Personen zugerechnet werden (au-
ßer nach Artikel 9) und dieser Konflikt sich nicht durch
ein Verfahren nach Artikel 26 Absatz 3 regeln lässt und
wenn aufgrund dieser unterschiedlichen Zuordnung
oder Zurechnung die betreffenden Einkünfte oder Ver-
mögenswerte unbesteuert blieben oder niedriger als
ohne diesen Konflikt besteuert würden; oder
bb) Deutschland nach gehöriger Konsultation mit der zu-
ständigen Behörde des Vereinigten Königreichs auf di-
plomatischem Weg dem Vereinigten Königreich andere
Einkünfte notifiziert, bei denen Deutschland die Anrech-
nungsmethode nach Buchstabe b anzuwenden beab-
sichtigt. Die Doppelbesteuerung wird für die notifizierten
Einkünfte durch Steueranrechnung vom ersten Tag des
Kalenderjahres vermieden, das auf das Kalenderjahr
folgt, in dem die Notifikation übermittelt wurde.
(2) Im Rahmen der Rechtsvorschriften des Vereinigten König-
reichs über die Anrechnung der in einem Gebiet außerhalb des
Vereinigten Königreichs zu zahlenden Steuer auf die Steuer des
Vereinigten Königreichs (jedoch unbeschadet der hierin enthal-
tenen allgemeinen Grundsätze) wird folgende Steueranrechnung
gewährt:
a) Die nach dem Recht Deutschlands und in Übereinstimmung
mit diesem Abkommen von Gewinnen, Einkünften oder steu-
erpflichtigen Veräußerungsgewinnen aus Quellen innerhalb
Deutschlands unmittelbar oder im Abzugswege zu zahlende
deutsche Steuer (bei Dividenden aber nicht die Steuer von
den Gewinnen, aus denen die Dividenden gezahlt werden)
wird auf die Steuern des Vereinigten Königreichs angerech-
net, die anhand der Gewinne, Einkünfte oder steuerpflichti-
gen Veräußerungsgewinne berechnet werden, die der Be-
rechnung der deutschen Steuer dienen;
b) Bei Dividenden, die von einer in Deutschland ansässigen Ge-
sellschaft an eine im Vereinigten Königreich ansässige Ge-
sellschaft gezahlt werden, welcher unmittelbar oder mittelbar
mindestens 10 vom Hundert der stimmberechtigten Anteile
der die Dividenden auszahlenden Gesellschaft gehören, wird
in die Anrechnung (neben den nach Buchstabe a anrech-
nungsfähigen deutschen Steuern) auch die deutsche Steuer
einbezogen, die die Gesellschaft von den Gewinnen zu ent-
richten hat, aus denen die Dividenden gezahlt werden.
(3) Für Zwecke des Absatzes 2 gelten Gewinne, Einkünfte und
Veräußerungsgewinne einer im Vereinigten Königreich ansässi-
gen Person, die nach diesem Abkommen in Deutschland besteu-
ert werden können, als aus deutschen Quellen stammend.
de-united-kingdom-2010-base | BGBl. 2010 II S. 1333 | Signed: 2010-03-30 | Gazette publication: 2010-11-23
Quellenform
official-publication PDF with native text layer; reader is a machine transcription
Quellenumfang
original implementing law, bilingual base treaty and accompanying protocol; not a current consolidated text
Abgerufen
2026-09-30
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Textsprache und Status
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BGBl. 2010 II S. 1333 | de-united-kingdom-2010-base | de-united-kingdom-2010-base | BGBl. 2010 II S. 1333 | Signed: 2010-03-30 | Gazette publication: 2010-11-23 | Article 23 | de | Pending human wording, completeness, source-authority, currentness, alignment and rendering review. No legal review performed. | /library/treaties/de-united-kingdom-2010-base/de/articles/article-23/
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Quellenfassung
de-united-kingdom-2010-base | BGBl. 2010 II S. 1333 | Signed: 2010-03-30 | Gazette publication: 2010-11-23
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