(1) Bei einer in Algerien ansässigen Person wird die Steuer
wie folgt festgesetzt:
a) Bezieht eine in Algerien ansässige Person Einkünfte oder hat
sie Vermögen und können diese Einkünfte oder dieses Ver-
mögen nach diesem Abkommen in der Bundesrepublik
Deutschland besteuert werden, so rechnet Algerien
aa) auf die vom Einkommen dieser Person zu erhebende
Steuer den Betrag an, der der in der Bundesrepublik
Deutschland gezahlten Steuer vom Einkommen ent-
spricht;
bb) auf die vom Vermögen dieser Person zu erhebende
Steuer den Betrag an, der der in der Bundesrepublik
Deutschland gezahlten Steuer vom Vermögen ent-
spricht.
Der anzurechnende Betrag darf jedoch in beiden Fällen den
Teil der vor der Anrechnung ermittelten Steuer vom Einkom-
men oder vom Vermögen nicht übersteigen, der auf die Ein-
künfte, die in der Bundesrepublik Deutschland besteuert
werden können, oder auf das Vermögen, das dort besteuert
werden kann, entfällt.
b) Einkünfte oder Vermögen einer in Algerien ansässigen
Person, die nach dem Abkommen von der Besteuerung in
Algerien auszunehmen sind, können jedoch in Algerien bei
der Festsetzung der Steuer für das übrige Einkommen oder
Vermögen der Person einbezogen werden.
(2) Bei einer in der Bundesrepublik Deutschland ansässigen
Person wird die Steuer wie folgt festgesetzt:
a) Von der Bemessungsgrundlage der deutschen Steuer wer-
den die Einkünfte aus Algerien sowie die in Algerien gelege-
nen Vermögenswerte ausgenommen, die nach diesem
Abkommen in Algerien besteuert werden können und nicht
unter Buchstabe b fallen.
Für Einkünfte aus Dividenden gelten die vorstehenden
Bestimmungen nur dann, wenn diese Dividenden an eine in
der Bundesrepublik Deutschland ansässige Gesellschaft
(jedoch nicht an eine Personengesellschaft) von einer in
Algerien ansässigen Gesellschaft gezahlt werden, deren
Kapital zu mindestens 10 vom Hundert unmittelbar der deut-
schen Gesellschaft gehört, und bei der Ermittlung der
Gewinne der ausschüttenden Gesellschaft nicht abgezogen
worden sind.
Für die Zwecke der Steuern vom Vermögen werden von der
Bemessungsgrundlage der deutschen Steuer ebenfalls
Beteiligungen ausgenommen, deren Ausschüttungen, falls
solche gezahlt würden, nach den vorhergehenden Sätzen
von der Steuerbemessungsgrundlage auszunehmen wären.
b) Auf die deutsche Steuer vom Einkommen für die folgenden
Einkünfte wird unter Beachtung der Vorschriften des deut-
schen Steuerrechts über die Anrechnung ausländischer
Steuern die algerische Steuer angerechnet, die nach algeri-
schem Recht und in Übereinstimmung mit diesem Abkom-
men für diese Einkünfte gezahlt worden ist:
aa) Dividenden, die nicht unter Buchstabe a fallen;
bb) Zinsen;
cc) Lizenzgebühren;
dd) Einkünfte, die nach Artikel 13 Absatz 2 in Algerien
besteuert werden können;
ee) Einkünfte, die nach Artikel 15 Absatz 3 in Algerien
besteuert werden können;
ff)
Aufsichtsrats- und Verwaltungsratsvergütungen;
gg) Einkünfte im Sinne des Artikels 17.
c) Statt der Bestimmungen des Buchstabens a sind die
Bestimmungen des Buchstabens b anzuwenden auf Ein-
künfte im Sinne der Artikel 7 und 10 und die diesen Einkünf-
ten zugrunde liegenden Vermögenswerte, wenn die in der
Bundesrepublik Deutschland ansässige Person nicht nach-
weist, dass die Betriebsstätte in dem Wirtschaftsjahr, in dem
sie den Gewinn erzielt hat, oder die in Algerien ansässige
Gesellschaft in dem Wirtschaftsjahr, für das sie die Aus-
schüttung vorgenommen hat, ihre Bruttoerträge ausschließ-
lich oder fast ausschließlich aus unter § 8 Absatz 1 Nr. 1 bis 6
des deutschen Außensteuergesetzes fallenden Tätigkeiten
bezieht; Gleiches gilt für unbewegliches Vermögen, das
einer Betriebsstätte dient, und die daraus erzielten Einkünfte
(Artikel 6 Absatz 4) sowie für die Gewinne aus der Veräuße-
rung dieses unbeweglichen Vermögens (Artikel 13 Absatz 1)
und des beweglichen Vermögens, das Betriebsvermögen
der Betriebsstätte darstellt (Artikel 13 Absatz 3).
d) Die Bundesrepublik Deutschland behält aber das Recht, die
nach den Bestimmungen dieses Abkommens von der deut-
schen Steuer ausgenommenen Einkünfte und Vermögens-
werte bei der Festsetzung ihres Steuersatzes zu berücksich-
tigen.
e) Ungeachtet der Bestimmungen des Buchstabens a wird die
Doppelbesteuerung durch Steueranrechnung nach Buch-
stabe b vermieden,
aa) wenn in den Vertragsstaaten Einkünfte oder Vermögen
unterschiedlichen Abkommensbestimmungen zuge-
ordnet oder verschiedenen Personen zugerechnet wer-
den (außer nach Artikel 9) und dieser Konflikt sich nicht
durch ein Verfahren nach Artikel 25 Absatz 3 regeln lässt
und wenn aufgrund dieser unterschiedlichen Zuordnung
oder Zurechnung die betreffenden Einkünfte oder Ver-
mögenswerte unbesteuert blieben oder niedriger als
ohne diesen Konflikt besteuert würden oder
bb) wenn die Bundesrepublik Deutschland nach Konsulta-
tion auf diplomatischem Weg andere Einkünfte noti-
fiziert, bei denen sie die Anrechnungsmethode nach
Buchstabe b anzuwenden beabsichtigt. Die Doppelbe-
steuerung wird für die notifizierten Einkünfte durch
Steueranrechnung nach Buchstabe b vom ersten Tag
des Kalenderjahres vermieden, das dem Kalenderjahr
folgt, in dem die Notifikation übermittelt wurde.
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Germany / Algeria; BGBl. 2008 II S. 1188; edition de-algeria-2008-base | BGBl. 2008 II S. 1188 | signed 2007-11-12 | published 2008-10-29 | Signed: 2007-11-12 | Gazette publication: 2008-10-29; article 23; Deutsch; unreviewed source text, current applicability unverified; /editions/de-algeria-2008-base/de/articles/article-23/
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de-algeria-2008-base | BGBl. 2008 II S. 1188 | signed 2007-11-12 | published 2008-10-29 | Signed: 2007-11-12 | Gazette publication: 2008-10-29
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Gazette publication date
2008-10-29
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Signature date
2007-11-12
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