(1) Bei in der Türkei ansässigen Personen wird die Doppel -
besteuerung wie folgt vermieden:
a) Unter Beachtung der Vorschriften des türkischen Rechts über
die Anrechnung der in einem Gebiet außerhalb der Türkei zu
entrichtenden Steuer auf die türkische Steuer (in der jeweils
geltenden, die tragenden Prinzipien dieses Abkommens wah-
renden Fassung) wird die nach deutschem Recht und in
Übereinstimmung mit diesem Abkommen zu entrichtende
deutsche Steuer auf Einkünfte (einschließlich der Gewinne
und Veräußerungsgewinne), die eine in der Türkei ansässige
Person aus Quellen innerhalb Deutschlands bezieht, auf die
türkische Steuer auf solche Einkünfte angerechnet. Der
anzurechnende Betrag darf jedoch den Teil der vor der
Anrechnung ermittelten türkischen Steuer nicht übersteigen,
der auf solche Einkünfte entfällt.
b) Einkünfte einer in der Türkei ansässigen Person, die nach
diesem Abkommen von der Besteuerung in der Türkei
auszunehmen sind, können gleichwohl in der Türkei bei der
Festsetzung der Steuer für das übrige Einkommen der Per-
son einbezogen werden.
(2) Bei in Deutschland ansässigen Personen wird die Doppel-
besteuerung wie folgt vermieden:
a) Von der Bemessungsgrundlage der deutschen Steuer wer-
den die Einkünfte aus der Türkei ausgenommen, die nach
diesem Abkommen in der Türkei besteuert werden können
und nicht unter Buchstabe b fallen.
Für Einkünfte aus Dividenden gelten die vorstehenden Be-
stimmungen nur dann, wenn diese Dividenden an eine in
Deutschland ansässige Gesellschaft (jedoch nicht an eine
Personengesellschaft) von einer in der Türkei ansässigen
Gesellschaft gezahlt werden, deren Kapital zu mindestens
25 Prozent unmittelbar der deutschen Gesellschaft gehört,
und bei der Ermittlung der Gewinne der ausschüttenden
Gesellschaft nicht abgezogen worden sind.
b) Auf die deutsche Steuer vom Einkommen für die folgenden
Einkünfte wird unter Beachtung der Vorschriften des deut-
schen Steuerrechts über die Anrechnung ausländischer Steu-
ern die türkische Steuer angerechnet, die nach türkischem
Recht und in Übereinstimmung mit diesem Abkommen für
diese Einkünfte gezahlt worden ist:
aa) Dividenden, die nicht unter Buchstabe a fallen;
bb) Zinsen;
cc) Lizenzgebühren;
dd) Einkünfte, die nach Artikel 13 Absätze 2 und 5 in der
Türkei besteuert werden können;
ee) Einkünfte, die nach Protokollziffer 6 zu Artikel 15 in der
Türkei besteuert werden können;
ff)
Aufsichtsrats- und Verwaltungsratsvergütungen;
gg) Einkünfte, die nach Artikel 17 besteuert werden können.
c) Statt der Bestimmungen des Buchstabens a sind die Be -
stimmungen des Buchstabens b anzuwenden auf Einkünfte
im Sinne der Artikel 7 und 10 und die diesen Einkünften
zugrunde liegenden Vermögenswerte, wenn die in Deutsch-
land ansässige Person nicht nachweist, dass die Betriebs-
stätte in dem Wirtschaftsjahr, in dem sie den Gewinn erzielt
hat, oder die in der Türkei ansässige Gesellschaft in dem
Wirtschaftsjahr, für das sie die Ausschüttung vorgenommen
hat, ihre Bruttoerträge ausschließlich oder fast ausschließlich
aus unter § 8 Absatz 1 Nr. 1 bis 6 des deutschen Außen -
steuergesetzes fallenden Tätigkeiten bezieht; gleiches gilt für
unbewegliches Vermögen, das einer Betriebsstätte dient und
die daraus erzielten Einkünfte (Artikel 6 Absatz 4) sowie für
die Gewinne aus der Veräußerung dieses unbeweglichen
Vermögens (Artikel 13 Absatz 1) und des beweglichen
Vermögens, das Betriebsvermögen der Betriebsstätte dar-
stellt (Artikel 13 Absatz 3).
d) Die Bundesrepublik Deutschland behält aber das Recht, die
nach den Bestimmungen dieses Abkommens von der deut-
schen Steuer ausgenommenen Einkünfte bei der Festsetzung
ihres Steuersatzes zu berücksichtigen.
e) Ungeachtet der Bestimmungen des Buchstabens a wird die
Doppelbesteuerung durch Steueranrechnung nach Buch -
stabe b vermieden, wenn
aa) in den Vertragsstaaten Einkünfte unterschiedlichen
Bestimmungen dieses Abkommens zugeordnet oder
verschiedenen Personen zugerechnet werden (außer
nach Artikel 9) und dieser Konflikt sich nicht durch ein
Verfahren nach Artikel 24 Absatz 3 regeln lässt und
aufgrund dieser unterschiedlichen Zuordnung oder
Zurechnung die betreffenden Einkünfte unbesteuert
blieben oder niedriger als ohne diesen Konflikt besteuert
würden oder
bb) die Bundesrepublik Deutschland nach Konsultation mit
den zuständigen türkischen Behörden der Republik
Türkei auf diplomatischem Weg andere Einkünfte noti -
fiziert, bei denen die Bundesrepublik Deutschland die
Anrechnungsmethode nach Buchstabe b anzuwenden
beabsichtigt. Die Doppelbesteuerung wird für die noti -
fizierten Einkünfte durch Steueranrechnung vom ersten
Tag des Kalenderjahres vermieden, das auf das Kalen-
derjahr folgt, in dem die Notifikation übermittelt wurde.
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Germany / Turkey; BGBl. 2012 II S. 526; edition de-turkey-2012-base | BGBl. 2012 II S. 526 | Signed: 2011-09-19 | Gazette publication: 2012-05-30; article 22; Deutsch; unreviewed source text, current applicability unverified; /editions/de-turkey-2012-base/de/articles/article-22/
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de-turkey-2012-base | BGBl. 2012 II S. 526 | Signed: 2011-09-19 | Gazette publication: 2012-05-30
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Gazette publication date
2012-05-30
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Signature date
2011-09-19
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