(1) Bei einer in der Bundesrepublik Deutschland ansässigen
Person wird die Steuer wie folgt festgesetzt:
a) Von der Bemessungsgrundlage der deutschen Steuer wer-
den die Einkünfte aus der Republik Östlich des Uruguay so-
wie die in der Republik Östlich des Uruguay gelegenen Ver-
mögenswerte ausgenommen, die nach diesem Abkommen
in der Republik Östlich des Uruguay besteuert werden kön-
nen und nicht unter Buchstabe b fallen.
Für Einkünfte aus Dividenden gelten die vorstehenden Be-
stimmungen nur dann, wenn diese Dividenden an eine in der
Bundesrepublik Deutschland ansässige Gesellschaft (jedoch
nicht an eine Personengesellschaft) von einer in der Republik
Östlich des Uruguay ansässigen Gesellschaft gezahlt wer-
den, deren Kapital zu mindestens zehn vom Hundert unmit-
telbar der deutschen Gesellschaft gehört, und bei der Ermitt-
lung der Gewinne der ausschüttenden Gesellschaft nicht ab-
gezogen worden sind.
Für die Zwecke der Steuern vom Vermögen werden von der
Bemessungsgrundlage der deutschen Steuer ebenfalls Be-
teiligungen ausgenommen, deren Ausschüttungen, falls sol-
che gezahlt würden, nach den vorhergehenden Sätzen von
der Steuerbemessungsgrundlage auszunehmen wären.
b) Auf die deutsche Steuer vom Einkommen für die folgenden
Einkünfte wird unter Beachtung der Vorschriften des deut-
schen Steuerrechts über die Anrechnung ausländischer Steu-
ern die uruguayische Steuer angerechnet, die nach uru-
guayischem Recht und in Übereinstimmung mit diesem
Abkommen für diese Einkünfte gezahlt worden ist:
aa) Dividenden, die nicht unter Buchstabe a fallen,
bb) Zinsen,
cc) Lizenzgebühren,
dd) Einkünfte, die nach Artikel 13 Absatz 2 in der Republik
Östlich des Uruguay besteuert werden können,
ee) Einkünfte, die nach Artikel 14 Absatz 3 in der Republik
Östlich des Uruguay besteuert werden können,
ff)
Einkünfte, die nach Artikel 15 in der Republik Östlich des
Uruguay besteuert werden können,
gg) Einkünfte, die nach Artikel 16 besteuert werden können.
c) Statt der Bestimmungen des Buchstabens a sind die Bestim-
mungen des Buchstabens b anzuwenden auf Einkünfte im
Sinne der Artikel 7 und 10 und die diesen Einkünften zugrun-
de liegenden Vermögenswerte, wenn die in der Bundesrepu-
blik Deutschland ansässige Person nicht nachweist, dass die
Betriebsstätte in dem Wirtschaftsjahr, in dem sie den Gewinn
erzielt hat, oder die in der Republik Östlich des Uruguay an-
sässige Gesellschaft in dem Wirtschaftsjahr, für das sie die
Ausschüttung vorgenommen hat, ihre Bruttoerträge aus-
schließlich oder fast ausschließlich aus unter § 8 Absatz 1
Nr. 1 bis 6 des deutschen Außensteuergesetzes fallenden
Tätigkeiten bezieht; Gleiches gilt für unbewegliches Vermö-
gen, das einer Betriebsstätte dient und die daraus erzielten
Einkünfte (Artikel 6 Absatz 4) sowie für die Gewinne aus der
Veräußerung dieses unbeweglichen Vermögens (Artikel 13
Absatz 1) und des beweglichen Vermögens, das Betriebsver-
mögen der Betriebsstätte darstellt (Artikel 13 Absatz 3).
d) Die Bundesrepublik Deutschland behält aber das Recht, die
nach den Bestimmungen dieses Abkommens von der deut-
schen Steuer ausgenommenen Einkünfte und Vermögens-
werte bei der Festsetzung ihres Steuersatzes zu berücksich-
tigen.
e) Ungeachtet der Bestimmungen des Buchstabens a wird die
Doppelbesteuerung durch Steueranrechnung nach Buch -
stabe b vermieden,
aa) wenn in den Vertragsstaaten Einkünfte oder Vermögen
unterschiedlichen Abkommensbestimmungen zugeord-
net oder verschiedenen Personen zugerechnet werden
(außer nach Artikel 9) und dieser Konflikt sich nicht
durch ein Verfahren nach Artikel 24 Absatz 3 regeln lässt
und wenn aufgrund dieser unterschiedlichen Zuordnung
oder Zurechnung die betreffenden Einkünfte oder das
Vermögen unbesteuert blieben oder niedriger als ohne
diesen Konflikt besteuert würden oder
bb) wenn die Bundesrepublik Deutschland nach Konsulta -
tion auf diplomatischem Weg andere Einkünfte notifi-
ziert, bei denen sie die Anrechnungsmethode nach
Buchstabe b anzuwenden beabsichtigt. Die Doppelbe-
steuerung wird für die notifizierten Einkünfte durch
Steueranrechnung nach Buchstabe b vom ersten Tag
des Kalenderjahres vermieden, das dem Kalenderjahr
folgt, in dem die Notifikation übermittelt wurde.
f)
Für die Zwecke der in Buchstabe b erwähnten Steueranrech-
nung wird davon ausgegangen, dass die uruguayische Steu-
er beträgt
aa) bei Dividenden im Sinne des Artikels 10 Absatz 2 Buch-
stabe a 5 vom Hundert, sofern die Bundesrepublik
Deutschland gemäß Artikel 22 Absatz 1 Buchstabe e
Doppelbuchstabe bb die Doppelbesteuerung mit Hilfe
der Anrechnungsmethode vermeidet,
bb) bei Zinsen 10 vom Hundert,
cc) bei Lizenzgebühren 10 vom Hundert.
Diese Bestimmung ist auf Beträge, die nach dem 31. Dezem-
ber 2014 entstehen oder gezahlt werden, nicht anzuwenden.
(2) Bei einer in der Republik Östlich des Uruguay ansässigen
Person wird die Steuer wie folgt festgesetzt:
a) folgende Einkünfte, die nach den Bestimmungen dieses Ab-
kommens in der Bundesrepublik Deutschland besteuert wer-
den, sind von der Bemessungsgrundlage für die uru-
guayische Steuer ausgenommen:
aa) Einkünfte aus unbeweglichem Vermögen im Sinne von
Artikel 6 und Gewinne aus der Veräußerung dieser Ver-
mögensgegenstände;
bb) Unternehmensgewinne im Sinne von Artikel 7 und Ge-
winne im Sinne von Artikel 13 Absatz 3;
cc) Dividenden im Sinne von Artikel 10, die von einer in der
Bundesrepublik Deutschland ansässigen Gesellschaft,
deren Kapital zu mindestens 10 vom Hundert unmittel-
bar einer uruguayischen Gesellschaft gehört, an eine in
der Republik Östlich des Uruguay ansässige Gesell-
schaft gezahlt werden;
dd) Vergütungen im Sinne von Artikel 14 und 18.
Die Republik Östlich des Uruguay behält sich aber das Recht
vor, bei der Festsetzung der Steuer die so ausgenommenen
Einkünfte zu berücksichtigen.
Die zuvor genannten Bestimmungen finden auch auf alle in
der Bundesrepublik Deutschland gelegenen Vermögenswer-
te Anwendung, wenn die Einkünfte aus diesen Vermögens-
werten aus der Bemessungsgrundlage für die uruguayische
Steuer ausgenommen werden sollen oder müssten.
b) Sofern die zuvor genannten Bestimmungen keine Anwen-
dung finden, wird von der Einkommensteuer, die nach den
uruguayischen Gesetzen in der Republik Östlich des Uruguay
auf Einkommen aus der Bundesrepublik Deutschland erho-
ben wird, die Steuer abgezogen, die nach deutschem Recht
und in Übereinstimmung mit diesem Abkommen für diese
Einkünfte gezahlt worden ist. Ebenso wird von der Vermö-
gensteuer, die nach den uruguayischen Gesetzen in der Re-
publik Östlich des Uruguay auf in der Bundesrepublik
Deutschland gelegenes Vermögen jeder Art erhoben wird, die
Vermögensteuer abgezogen, die nach deutschem Recht und
in Übereinstimmung mit diesem Abkommen für diese Ein-
künfte gezahlt worden ist. Der Abzugsbetrag darf jedoch
nicht den Teil der uruguayischen Steuer, der auf diese Ein-
künfte oder Vermögenswerte vor dem Abzug entfällt, über-
schreiten.
de-uruguay-2011-base | Signed2010-03-09 | Published2011-10-24 | BGBl. 2011 II S. 954 (consent law); S. 955–978 (agreement and integral protocol) | Signed: 2010-03-09 | Gazette publication: 2011-10-24
Quellenform
Exact official original-publication PDF; unchanged native-text machine transcription; no derivative PDF
Quellenumfang
Consent law, authentic German/Spanish agreement, execution/signatures and integral protocol; original source only, not consolidated current law
Abgerufen
2026-10-01
Text- und Sprachumfang
Complete native DE/ES source-edition machine reader with32articles per language and integral5-provision protocol. Not human legally reviewed. All25physical source pages accounted. Full source material: /review/de-uruguay-2011-base/. Physical page links are not paragraph verification. No text from the superseded1987 agreement imported.
Prüfstatus
Pending qualified human wording, completeness, alignment and legal review. No human approval.
Aktualität
Original source edition; not a verified current-law consolidation. Unknown; current_law_verified=false. Entry2011-12-28 (retained official article observation); general application2012-01-01 (roster), NOT entry. Article31(2)(d) collection assistance has a separate condition. No current-law claim. Original 2011 publication of the agreement signed 2010-03-09, not a verified current-law consolidation. Agent native source checks are not qualified human legal, wording, alignment or publication approval. No exhaustive later amendment, MLI, suspension, replacement or 2026 currentness verification. Entry 2011-12-28 is from retained actual official article observation at 2026-10-01T07:31:08.128Z, not a new entry-notice binary acquisition. General application 2012-01-01 is the retained2026 roster field, not entry into force; Article31(2)(d) separately conditions collection assistance. Two source-proved authentic languages DE/ES only. English is interface metadata, never treaty wording. No source text repair. Native word/line spacing is machine-derived; original PDF remains authoritative for typography.
Protokolle und spätere Instrumente
Integral protocol retained separately, never merged into Article32. The superseded1987 agreement is history metadata only; Article31(3) in THIS2010 signed text remains verbatim. Later instruments/MLI/currentness unresolved. Source-triage warnings: Original 2011 publication of the agreement signed 2010-03-09, not a verified current-law consolidation. Agent native source checks are not qualified human legal, wording, alignment or publication approval. No exhaustive later amendment, MLI, suspension, replacement or 2026 currentness verification. Entry 2011-12-28 is from retained actual official article observation at 2026-10-01T07:31:08.128Z, not a new entry-notice binary acquisition. General application 2012-01-01 is the retained2026 roster field, not entry into force; Article31(2)(d) separately conditions collection assistance. Two source-proved authentic languages DE/ES only. English is interface metadata, never treaty wording. No source text repair. Native word/line spacing is machine-derived; original PDF remains authoritative for typography.
Textsprache und Status
de · authentic-language-transcription · machine-transcription
Fundstelle
BGBl. 2011 II S. 954 (consent law); S. 955–978 (agreement and integral protocol)
BGBl. 2011 II S. 954 (consent law); S. 955–978 (agreement and integral protocol) | de-uruguay-2011-base | de-uruguay-2011-base | Signed2010-03-09 | Published2011-10-24 | BGBl. 2011 II S. 954 (consent law); S. 955–978 (agreement and integral protocol) | Signed: 2010-03-09 | Gazette publication: 2011-10-24 | Article 22 | de | Pending qualified human wording, completeness, alignment and legal review. No human approval. | /library/treaties/de-uruguay-2011-base/de/articles/article-22/
Quellen, Fassung und Grenzen
Quellenfassung
de-uruguay-2011-base | Signed2010-03-09 | Published2011-10-24 | BGBl. 2011 II S. 954 (consent law); S. 955–978 (agreement and integral protocol) | Signed: 2010-03-09 | Gazette publication: 2011-10-24
Quellenform
Exact official original-publication PDF; unchanged native-text machine transcription; no derivative PDF
Quellenumfang
Consent law, authentic German/Spanish agreement, execution/signatures and integral protocol; original source only, not consolidated current law
Abgerufen
2026-10-01
Text- und Sprachumfang
Complete native DE/ES source-edition machine reader with32articles per language and integral5-provision protocol. Not human legally reviewed. All25physical source pages accounted. Full source material: /review/de-uruguay-2011-base/. Physical page links are not paragraph verification. No text from the superseded1987 agreement imported.
Prüfstatus
Pending qualified human wording, completeness, alignment and legal review. No human approval.
Aktualität
Original source edition; not a verified current-law consolidation. Unknown; current_law_verified=false. Entry2011-12-28 (retained official article observation); general application2012-01-01 (roster), NOT entry. Article31(2)(d) collection assistance has a separate condition. No current-law claim. Original 2011 publication of the agreement signed 2010-03-09, not a verified current-law consolidation. Agent native source checks are not qualified human legal, wording, alignment or publication approval. No exhaustive later amendment, MLI, suspension, replacement or 2026 currentness verification. Entry 2011-12-28 is from retained actual official article observation at 2026-10-01T07:31:08.128Z, not a new entry-notice binary acquisition. General application 2012-01-01 is the retained2026 roster field, not entry into force; Article31(2)(d) separately conditions collection assistance. Two source-proved authentic languages DE/ES only. English is interface metadata, never treaty wording. No source text repair. Native word/line spacing is machine-derived; original PDF remains authoritative for typography.
Protokolle und spätere Instrumente
Integral protocol retained separately, never merged into Article32. The superseded1987 agreement is history metadata only; Article31(3) in THIS2010 signed text remains verbatim. Later instruments/MLI/currentness unresolved. Source-triage warnings: Original 2011 publication of the agreement signed 2010-03-09, not a verified current-law consolidation. Agent native source checks are not qualified human legal, wording, alignment or publication approval. No exhaustive later amendment, MLI, suspension, replacement or 2026 currentness verification. Entry 2011-12-28 is from retained actual official article observation at 2026-10-01T07:31:08.128Z, not a new entry-notice binary acquisition. General application 2012-01-01 is the retained2026 roster field, not entry into force; Article31(2)(d) separately conditions collection assistance. Two source-proved authentic languages DE/ES only. English is interface metadata, never treaty wording. No source text repair. Native word/line spacing is machine-derived; original PDF remains authoritative for typography.
Textsprache und Status
de · authentic-language-transcription · machine-transcription
Fundstelle
BGBl. 2011 II S. 954 (consent law); S. 955–978 (agreement and integral protocol)
BGBl. 2011 II S. 954 (consent law); S. 955–978 (agreement and integral protocol) · /library/originals/667e0fe4d6123995a5bb8124de801e6d14288e982d049071aec0a47c38dcb0f4.pdf
Disclaimers
Sprachwechsel behält übereinstimmende Artikel- und Absatzkennungen bei. Die Zuordnung bestätigt keine geprüfte rechtliche oder übersetzerische Gleichwertigkeit.
Source-page links are references, not human paragraph verification.