(1) Die zuständigen Behörden der Vertragsstaaten tauschen
die Informationen aus, die zur Durchführung dieses Abkommens
oder zur Verwaltung oder Durchsetzung des innerstaatlichen
Rechts betreffend Steuern jeder Art und Bezeichnung, die für
Rechnung der Vertragsstaaten – und, im Fall der Bundesrepublik
Deutschland, eines ihrer Länder – oder seiner Gebietskörper-
schaften erhoben werden, voraussichtlich erheblich sind, soweit
die diesem Recht entsprechende Besteuerung nicht dem Ab-
kommen widerspricht. Der Informationsaustausch ist durch die
Artikel 1 und 2 nicht eingeschränkt.
(2) Alle Informationen, die ein Vertragsstaat nach Absatz 1 er-
halten hat, sind ebenso geheim zu halten wie die aufgrund des
innerstaatlichen Rechts dieses Staates beschafften Informa -
tionen und dürfen nur den Personen oder Behörden (einschließ-
lich der Gerichte und Verwaltungsbehörden) zugänglich gemacht
werden, die mit der Festsetzung oder Erhebung, der Voll -
streckung oder Strafverfolgung, der Entscheidung über Rechts-
behelfe hinsichtlich der in Absatz 1 genannten Steuern oder mit
der Aufsicht darüber befasst sind. Diese Personen oder Behör-
den dürfen die Informationen nur für diese Zwecke verwenden.
Sie dürfen die Informationen in einem öffentlichen Gerichtsver-
fahren oder in einer Gerichtsentscheidung offenlegen. Ungeach-
tet der Sätze 1 bis 3 können Informationen, die ein Vertragsstaat
erhalten hat, für andere Zwecke verwendet werden, wenn sie
nach dem Recht beider Staaten für diese anderen Zwecke ver-
wendet werden können und die zuständige Behörde des über-
mittelnden Staates dieser Verwendung zugestimmt hat.
(3) Die Absätze 1 und 2 sind nicht so auszulegen, als ver-
pflichteten sie einen Vertragsstaat,
a) Verwaltungsmaßnahmen durchzuführen, die von den Geset-
zen und der Verwaltungspraxis dieses oder des anderen Ver-
tragsstaats abweichen,
b) Informationen zu erteilen, die nach den Gesetzen oder im
üblichen Verwaltungsverfahren dieses oder des anderen Ver-
tragsstaats nicht beschafft werden können,
c) Informationen zu erteilen, die ein Betriebs-, Geschäfts-, Ge-
werbe-, Handels- oder Berufsgeheimnis oder ein Geschäfts-
verfahren preisgeben würden oder deren Erteilung der öffent-
lichen Ordnung (ordre public) widerspräche.
(4) Ersucht ein Vertragsstaat nach diesem Artikel um Informa-
tionen, so nutzt der andere Vertragsstaat die ihm zur Verfügung
stehenden Möglichkeiten zur Beschaffung der erbetenen Infor-
mationen, selbst wenn er diese Informationen für seine eigenen
steuerlichen Zwecke nicht benötigt. Die in Satz 1 enthaltene Ver-
pflichtung unterliegt den Beschränkungen nach Absatz 3, aber
diese Beschränkungen sind nicht so auszulegen, als könne ein
Vertragsstaat die Erteilung von Informationen nur deshalb ableh-
nen, weil er kein innerstaatliches Interesse an diesen Informatio-
nen hat.
(5) Absatz 3 ist nicht so auszulegen, als könne ein Vertrags-
staat die Erteilung von Informationen nur deshalb ablehnen, weil
sich die Informationen bei einer Bank, einem sonstigen Finanz-
institut, einem Bevollmächtigten, Vertreter oder Treuhänder be-
finden oder weil sie sich auf Eigentumsanteile an einer Person
beziehen.
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Australia / Germany; BGBl. 2016 II S. 1114; edition de-australia-2016-base | BGBl. 2016 II S. 1114 | Signed: 2015-11-12 | Gazette publication: 2016-10-17; article 26; Deutsch; unreviewed source text, current applicability unverified; /editions/de-australia-2016-base/de/articles/article-26/
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de-australia-2016-base | BGBl. 2016 II S. 1114 | Signed: 2015-11-12 | Gazette publication: 2016-10-17
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Deutsch, English
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Unreviewed; qualified human review pending
Current applicability
Not verified
Gazette publication date
2016-10-17
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agent source-triage of pinned original; neither date is treaty entry/application
Signature date
2015-11-12
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